FUTURE.LAB Schule 2030 – und die Wilhelm-Leuschner-Schule ist dabei!

Schulentwicklung betrifft uns alle- aber was sagen eigentlich unsere Schüler*innen, wie ihre Schule 2030 aussehen könnte? Diplompädagogin Nicole Lotzkat, die Initiatorin und Projektleiterin für unsere Schule, schaffte es die Schulleitung für diese anspruchsvolle Aktion zu begeistern.

120 Schüler*innen aus fünf verschiedenen Schulformen und Altersgruppen (Goetheschule, Erich-Kästner-Schule, Wilhelm-Leuschner-Schule, Bertolt-Brecht-Schule Darmstadt und die Landrat-Gruber-Schule in Dieburg) stellten sich diese Frage und entwickelten mit performativen Zugängen ihre Vorstellungen und Visionen von Schule 2030.

Nach einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung Anfang September 2019 in der Bessunger Knabenschule, an der erste Themenschwerpunkte gemeinsam mit Mitarbeiter*innen des Städtischen und Staatlichen Schulamtes diskutiert und erarbeitet wurden, begann die intensive Projektphase an der Wilhelm-Leuschner-Schule. Schüler*innen der Realschulklassen 8a und 8b erforschten mit tänzerischen Ausdrucksformen unter der Leitung von Tanz- und Theaterpädagogin Sibylle Magel und der Betreuung durch die Kunstlehrerin Birgit Huck das Thema Schulentwicklung. Es war eine ganz neue Erfahrung und Herausforderung für die beteiligten Schüler*innen, ihre Vorstellung von Schule in eigene Bewegungsabläufe umzusetzen und eine Choreografie zu gestalten.

Für drei Projektphasen standen uns die Räumlichkeiten des HoffArt Theaters zur Verfügung und die Wände wurden nach kurzer Zeit mit Wünschen nach Veränderung gefüllt:

Eine Cafeteria mit ganztägiger, kostenloser Essensversorgung,

farbenfrohe, große, helle Räume mit vielen Pflanzen innen und außen, die wir zum Lernen, zur Pausen- und Freizeitgestaltung nutzen können, einen aktiven Unterricht mit Experimenten, Projekten, Nutzung von Medien (Tablets), dass das Lernen mit Musik und Tanz zu tun hat, dass wir allen in Schule gut miteinander umgehen, uns gegenseitig helfen und uns gut verstehen.

Die Laborschau am 26. November 2019

Am 26. November 2019 war es soweit – die Aufregung war groß und unsere Schüler*innen präsentierten im Staatstheater Darmstadt ihre Ergebnisse. Begleitet wurden sie von Schulleiterin Frau Wulff-Meyer und der stellvertretenden Schulleiterin Frau Westphal sowie ihren Klassenlehrerinnen Frau Fiehne und Frau Schmidt.  In dem sich anschließenden Ressonanzraum konnten sie mit den Gästen und Entscheidungsträgern u.a. Ralph von Kymmel, dem Leiter des SSchDA und einigen seiner Mitarbeiter*innen, Marcus Kauer vom Hessischen Kultusministerium mit Vertreter*innen des Büros für Kulturelle Bildung, dem Bürgermeister und Schuldezernenten der Stadt Darmstadt, Rafael Reißer, Bettina Kroh, der Leiterin des Stadtschulamtes und weiteren Bildungsbeauftragten des Landkreises sowie SV Vertretungen und Elternvertretungen über ihre Visionen einer Schule der Zukunft diskutieren.

Was in allen Beiträgen der beteiligten Schulen sichtbar wurde ist der Wunsch nach mehr selbstbestimmten Gestaltungsraum. Die jüngeren Schüler*innen forderten mehr Spiel, Bewegung, einen spannenden und vielfältigen Unterricht :„…dass der Unterricht aktiver gestaltet wird. Damit meine ich, dass wir mit Fragestellungen arbeiten und dass wir Schüler selber Lösungen finden. In einem Beruf später muss ich auch selbständig Lösungen finden. Ich lerne dann gut, wenn ich praktisch arbeite oder mehr Experimente machen kann und nicht nur Texte abschreiben muss.“

Die älteren Schüler*innen wünschen sich ein Lernen jenseits von Zeit- und Notendruck  und entwickelten ihre Vorstellung eines idealen Unterrichtsalltages: „Wir sehen Euphoria, wie sie ihren Tag in der Schule mit Bewegungsübungen in einem Raum mit viel Platz beginnt. In diesem Raum kann sie sich frei entfalten, ihren Körper spüren, in Ruhe in den Tag starten. Danach verteilen sich die Schüler in die leeren Räume, die nach Gefühlen und Bedürfnissen aufgebaut sind. An ihrem eigenen Arbeitsplatz im Raum der Neugierde, der nach ihren individuellen Bedürfnissen gestaltet ist, stellt sie sich einen Tagesplan zusammen, nach dem sie arbeiten wird.“

Wie geht es weiter? Wie können die Visionen der Schüler*innen Wirklichkeit werden?

Die beteiligten Schüler*innen haben ihre Wünsche und Forderungen auf Postkarten geschrieben und den Entscheidungsträgern überreicht.  Die Schulen haben sich verpflichtet, die entwickelten Theaterszenen, Videos, Tänze und Kunstausstellungen an ihren Schulen zu präsentieren und die Forderungen der Schüler*innen in die Schulentwicklung einfließen zu lassen. Die Schüler*innen sind auf die Rückmeldungen in naher Zukunft sehr gespannt.

Das Projekt wird fortlaufend über futurelabschule2030.home.blog dokumentiert und präsentiert. Ermöglicht wurde das Projekt an der Wilhelm-Leuschner-Schule durch die Unterstützung der Bürgerstiftung Darmstadt, für die wir uns herzlich bedanken. Das Catering für die Auftaktveranstaltung sowie die Laborschau im Staatstheater übernahm die Klassenlehrerin der H6 Frau Friedrich mit ihren Schüler*innen. Vielen Dank!